

Am 10. März 2025 hatten wir die besondere Gelegenheit, in Berlin die Kunst der hebräischen Schrift zu entdecken. Gemeinsam mit Rabbi und Sofer STaM Yehuda Alon tauchten wir in eine jahrtausendealte Tradition ein – das Schreiben der Tora von Hand.
Doch dieser Workshop war mehr als nur eine Einführung in die Kalligrafie. Es war eine Reise durch Geschichte, Erinnerung und Identität.
Vor 12 Jahren gründete Rabbi Yehuda Alon das Projekt "Buchstaben der Liebe" mit dem Ziel, jeden Juden weltweit mit der Tora zu verbinden. Sein Motto: „So wie eine Tora mit einem fehlenden Buchstaben ungültig ist, ist jeder Jude essenziell für die Vollständigkeit des Volkes.“
Zu Beginn des Projekts schloss sich Ophir Libstein, der Vorsitzende des Regionalrats Sha’ar HaNegev, an. Er fiel heldenhaft am „Schwarzen Samstag“, als er versuchte, die Bewohner seiner Gemeinde zu retten.

Unter den Teilnehmenden waren Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Besonders bewegend war die Erzählung von Rabbi Yehuda Alon über Ilan Ramon, den ersten israelischen Astronauten. Er nahm eine kleine Tora mit ins All – dieselbe Tora, mit der Professor Yosef Iguhin das Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebte. Diese kleine Schriftrolle überstand die Schrecken der Shoah und wurde später von Ilan Ramon ins Weltall gebracht – als Symbol des Überlebens, der Hoffnung und der anhaltenden Stärke des jüdischen Glaubens.

In diesem Workshop haben wir nicht nur gelernt, wie ein Sofer die 305.805 Buchstaben der Tora von Hand schreibt, sondern auch gespürt, dass jede einzelne dieser Buchstaben eine Geschichte trägt. Die Teilnehmenden hatten die besondere Möglichkeit, die hebräischen Buchstaben auf die gleiche Weise zu schreiben, wie es seit Tausenden von Jahren Tradition ist – mit Feder und Tinte. Eine ganz besondere Ehre war es für jeden, einen heiligen Buchstaben in die Thorarolle mitzuschreiben und so selbst Teil dieser spirituellen und kulturellen Kontinuität zu werden.

Ein herzliches Danke an unseren Kooperationspartner Beit Israel in Berlin und an alle Teilnehmenden, die dabei waren!

Dieses Erlebnis hat uns einmal mehr gezeigt: Schrift verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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